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Fortpflanzung 
Balz
Die Balzzeit des Auerwildes beginnt je nach Witterungsverlauf, Vegetation und Höhenlage im März und dauert etwa bis Anfang Juni. Dabei findet zu Beginn der Morgendämmerung die sog. Baumbalz auf einem aussichtsreichen, starkastigen Baum statt. Auffallend ist dabei die Haltung – gefächerter, steil aufgerichteter Schwanz und hochgereckter Kopf – und der Balzgesang, bestehend aus dem sog. Knappen, Trillern, Hauptschlag und schließlich dem Wetzen.
Später, hauptsächlich wenn Hennen vorhanden sind, geht die Balz am Boden weiter. Hierzu verstreicht der Hahn von seiner in der Nähe gelegenen Singwarte zu einer Bestandslücke, um dort weiter zu balzen. Die Hennen halten sich nach einer Zeit des Umherstreichens nur während der kurzen Zeit der Hauptbalz am Balzplatz auf, wo sie dann auch vom jeweils ranghöchsten Hahn getreten werden. In dieser Phase sind Auerhühner Störungen gegenüber am empfindlichsten, selbst durch einzelne Beobachter können die Hennen zur Flucht veranlasst werden, wodurch ein Tretakt während der relativ kurzen, empfängnisbereiten Zeit verhindert wird.
Während der Balz erreicht der Testosteronspiegel des Auerhahns das Hundertfache seines Normalwerts. Deshalb sind Auerhähne in der Fortpflanzungszeit äußerst aggressiv. Manche Tiere greifen sogar Menschen an, die ihr Revier betreten. (Solche Attacken sind keine Legende, sondern vielfach verbürgt!) Ein Stock zur Abwehr der Schnabelhiebe und das unverzügliche Verlassen des Reviers beenden diese unliebsamen Begegnungen jedoch auf eine für beide Seiten glimpfliche Weise.
Im Herbst findet daneben die sog. Herbstbalz statt; dabei werden jedoch nur die Balzgebiete für die kommende Saison abgegrenzt.
Brutzeit
Etwa drei Tage nach dem Tretakt beginnt die Henne mit der Eiablage, innerhalb von 10 Tagen ist dann das Gelege mit durchschnittlich 8, in Extremfällen zwischen 5 und 12 Eiern fertig gelegt. Die anschließende Brut dauert je nach Witterung und Höhenlage zwischen 26 und 28 Tage.
In der Anfangszeit sind die Hennen sehr störungsempfindlich, sie verlassen dann sehr schnell den Brutplatz. Später dulden sie Störungen meist, ducken sich tief in ihr meist unter Ästen oder Wipfeln verstecktes Nest.
Aufzucht
Nach dem Schlüpfen müssen die Küken – wie alle Hühnervögel Nestflüchter – etwa 14 Tage lang von der Henne gehudert (gewärmt) werden, bis sie in der Lage sind, ihre Körpertemperatur von selbst aufrechtzuerhalten. Dabei sind sie häufig nur für Minuten in der Lage, sich von der wärmenden Henne zu entfernen und nach Nahrung zu suchen. In dieser Zeit brauchen sie zudem hauptsächlich tierisches Eiweiß in Form von Insekten, v.a. Raupen und Puppen. Von entscheidender Bedeutung ist daher zu dieser Zeit neben der Störungsarmut der Witterungsverlauf: Bei nasskaltem Wetter müssen die Küken häufiger und länger gehudert werden, gleichzeitig sind die Insekten weniger aktiv, also auch weniger erreichbar.
Etwa Anfang September lösen sich die Gesperre auf, anfangs verstreichen die Junghähne, später auch die Junghennen.
Das Auerhuhn in der Kulturlandschaft 
Die wichtigsten Ursachen für den derzeit zu beobachtenden Rückgang der Auerhühner sind Klimaschwankungen und Stickstoffemmissionen mit ihren massiven Auswirkungen auf die Vegetation, Intensivierung der Forstwirtschaft und die zunehmende Beunruhigung durch Touristen.
Hegemaßnahmen beschränken sich i. d. R. auf forstliche und jagdliche Maßnahmen. Mit der Ausweisung von Wildschutzgebieten mit einer Regelung zur Betretung wird versucht, den Erholungsverkehr während der störungsempfindlichen Zeit zu kanalisieren. Flankierend zu sonstigen Maßnahmen wird auch das Raubwild scharf bejagt.
Als forstliche Maßnahme ist es erforderlich, auf großen Flächen einen möglichst vielseitigen Wald zu schaffen und zu erhalten, der die Habitatansprüche der Auerhühner erfüllt. Dabei darf besonders der Anteil der alten, lichten, beerkrautreichen Waldbestände nicht zu gering werden, auch müssen Verbindungskorridore zwischen derartigen besiedelungsgünstigen Teilen erhalten bleiben. Nachteilig ist eine intensive „Verdrahtung“ der Landschaft mit Forstkulturzäunen, da diese für das Auerwild vor allem bei der Flucht zu fast unsichtbaren Flugbarrieren werden, an denen sie sich schwer verletzen können.
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