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Als Jagdhund wird ein Hund bezeichnet, der dem Menschen – in der heutigen Zeit dem Jäger – im weitesten Sinne als Gehilfe bei der Jagd dient. Unter dem Begriff „Jagdhund“ wird heute dabei eine Gruppe von Haushunderassen zusammengefasst, die verschiedenste jagdliche Einsatzgebiete repräsentieren kann. Die modernen Jagdhunde werden in
- Stöberhunde
- Stöberhunde suchen selbstständig, planmäßig und gründlich in Dickungen oder im Schilf nach Hoch- und/oder Niederwild, also in unübersichtlichem Gelände und außerhalb der Kontrolle des Hundeführers. Findet der Hund Wild, wird er spurlaut und treibt es auf die draußen wartenden Jäger zu. Diese Hunde sind auch gut für die Schweißarbeit, die Suche nach verwundetem Wild, aber auch zum Apportieren, also dem Bringen von geschossenem, leichtem Wild, geeignet.
- Vorstehhunde
- Als Vorstehhunde werden alle Hunde, beziehungsweise alle Hunderassen bezeichnet, die als Jagdhunde die Eigenschaft des „Vorstehens“ ausgeprägt vorweisen.
Allen diesen Hunden ist eigen, dass sie dem Jäger entdecktes Wild durch „Vorstehen“ anzeigen. Dabei verharren sie, ohne Laut zu geben, in ihrer Bewegung und heben meist gleichzeitig einen Vorderlauf, seltener einen Hinterlauf, und winkeln diesen an. Der Hund steht dabei idealerweise wie ein Pfeil (engl. Pointer, to point = zeigen, anzeigen, deuten auf) in Richtung Beute – mit seiner Nasenspitze exakt in Richtung Geruchsquelle, insbesondere wenn kein Sichtkontakt besteht. Der vorstehende Hund zeigt dem Jäger also, dass er Wild gefunden hat. Der Jäger kann sich dann zur Schussabgabe vorbereiten, muss das vom Hund gefundene Wild aber selbst heraustreten (= aufscheuchen). Vorstehhunde sind auf diese spezielle Fähigkeit abgerichtet, die dem Jagdtrieb gegenübersteht, und nicht dafür vorgesehen, die Beute selbst zu erjagen. Grundsätzlich ist die Fähigkeit zum Vorstehen angewölft (= angeboren), kann aber in der Ausbildung des Vorstehhundes gefördert werden.
- Apportierhunde
- Als Retriever oder Apporteure bezeichnet man Jagdhunde, die geschossenes Nieder- oder Feder-Wild finden und anschließend zum Jäger zurückbringen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Apportieren. Die Apportierhunde wurden gezüchtet, um erlegtes Wild (vor allem Flugwild) zu suchen und dem Hundeführer zu bringen. Diese Aufgabe erfordert ruhige und gut sozialisierte Hunde, welche hohe Intelligenz, Selbständigkeit und Ausdauer mit guter Führigkeit und Freude am Wasser verbinden. Die Retriever werden in Deutschland eher selten, aber in vielen Ländern Europas mit großem Erfolg bei der Jagd eingesetzt. Die guten Eigenschaften, auf denen die jagdliche Brauchbarkeit beruht, eignen sich auch für andere Aufgaben. Sie bringen hervorragende Leistungen bei Berg- und Lawinenunfällen (siehe Rettungshund) und man findet sie in vielen Hundestaffeln von Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen. Ebenfalls werden sie mit großem Erfolg als Drogenspürhunde eingesetzt. Obwohl der Retriever als Gebrauchshund gezüchtet wurde, werden heute die meisten Retriever als Familienhunde gehalten. Auch als Familienhund benötigt der Retriver artgemäße Aufgaben; zum Beispiel durch Ausbildung zum Begleithund, Dummytraining (Apportieren) und/oder andere Hundesportarten.
- Chesapeake Bay Retriever (Ursprungsland: Vereinigte Staaten)
- Curly Coated Retriever (Ursprungsland: England)
- Flat-coated Retriever (Ursprungsland: England)
- Golden Retriever (Ursprungsland: England)
- Labrador Retriever (Ursprungland: Kanada, Neufundland)
- Nova Scotia Duck Tolling Retriever (Ursprungland: Kanada, Neuschottland)
- Schweißhunde
- Schweißhunde (Jägersprache: schweißen = bluten) sind Jagdhunde, die darauf spezialisiert sind, krankes (verletztes), schweißendes Schalenwild im Rahmen der Nachsuche zu suchen und zu stellen. Von den Jagdverbänden für die Nachsuche regelmäßig anerkannte Rassen sind heute der
Außerdem macht seit kurzem die Neuzüchtung
in Jägerkreisen wegen ihrer Leistungen von sich Reden. Der Schwarzwälder wird bisher von Jagdverbandsseite beobachtet und nicht regelmäßig anerkannt. Die Zucht der Hannoverschen Schweißhunde ist bis in das 15. Jahrhundert zurück nachweisbar, der Leithund als Kernrasse des HSH wird bereits ab der Zeit der Stammesgeschichte, ca. 500 n.Chr., erwähnt.
Ein Schweißhund zeichnet sich durch ungewöhnliche Nasenstärke, Ruhe, Wesensfestigkeit und Finderwillen aus. Während der Individualgeruch des Wildes nur bis ca. 20 Stunden nachweisbar ist, sind Blutspuren länger von Hunden riechbar. Die Suche mit dem Schweißhund gilt als die Krönung des Waidwerks. Es ruft größte Verwunderung hervor, wenn z. B. ein Hund am Folgetag nach der Verletzung des Wildes und bei regnerischem Wetter das Wild nach stundenlanger Suche in mehreren Kilometern Entfernung findet und stellt. Allerdings ist durch einen erfahrenen Jäger immer der Anschuss (dort wo das Stück vermeintlich getroffen wurde) zu untersuchen. Ist von einem tödlichen Treffer (z.B.: Herz oder Lunge) auszugehen, dann sollte unverzüglich nachgesucht werden, um das Fleisch nicht verderben zu lassen. Ist von einem nicht tödlichen Treffer auszugehen, dann sollte erst ein paar Stunden später nachgesucht werden, damit das Wild sich ausruht (Adrenalinabbau) und nicht über weite Strecken gehetzt werden muss.
Schweißhunde und ihre Hundeführer sind Spezialisten die gerade für schwierige oder voraussichtlich lange Nachsuchen erforderlich werden. Da die Leistung der Schweißhunde nur durch häufigen Nachsucheneinsatz und Training erhalten werden kann, sind gute Hunde selten und teuer. Die Masse der Jagdpächter könnte kaum den hohen persönlichen Einsatz für die Schweißhundeausbildung und Führung erbringen. Die Schweißhundeführer sind daher bei den Landesjagdverbänden, den lokalen Jägervereinigungen und den Unteren Jagdbehörden registriert, damit die Jägerschaft gegebenenfalls Hilfe bei einer nahegelegenen Schweißhundstation erbitten kann.
Neben den erwähnten Schweißhundrassen werden in der jagdlichen Praxis gelegentlich auch Teckel und einige andere Hunde, auch Mischlinge, auf der Schweißfährte ausgebildet und bei der Nachsuche eingesetzt.
Das Fach Nachsuche ist, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie bei der Verbandsprüfungen der Schweißhunde, Bestandteil der Jagdeignungsprüfungen (JEP) für Jagdhunde.
- Erdhunde
- Erdhunde oder Bauhunde sind Jagdhunde, zu denen zum Beispiel folgende Rassen zählen:
Erdhunde haben einen so geringen Brustumfang, dass sie Fuchs oder Dachs, selten auch dem Kaninchen in den unterirdischen Bau folgen können.
Sie versuchen den Fuchs oder Dachs durch Verbellen und leichte Angriffsversuche zum Verlassen des Baus zu bringen. Bauhunde die zu aggressiv sind, verletzen sich beim Angriff, besonders auf den Dachs leicht. Sie sind für die Arbeit nicht zu gebrauchen.
Der Dachs lässt sich nur in seltenen Fällen zum Verlassen des Baues bewegen. Es wird dann oft ein Einschlag (das heißt es wird ein Loch zum Bauhund gegraben) notwendig sein, um den Dachs zu erlegen. Um den Einschlag immer so zu planen, dass er auf den Hund kommt, wird dem Bauhund ein Sender umgehängt. Mit einem Ortungsgerät kann jetzt festgestellt werden, wo genau sich der Hund befindet.
Heute werden immer öfter künstliche Bauten für den Fuchs angelegt um die Arbeit für den Bauhund zu erleichtern.
eingeteilt. Historisch gesehen bezog sich die Bezeichnung „Jagdhund“ ausschließlich auf die jagenden Hunde (Bracken).
Jagdlich geführte Hunde bezeichnet man auch als Jagdgebrauchshunde. Bei der Arbeit „nach dem Schuss“ ist der Hund für den Jäger unverzichtbar. Das Führen eines Jagdhundes gilt daher als Voraussetzung für die waidgerechte Jagd und ist gesetzlich für die Ausübung einer Jagdpacht vorgeschrieben.
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